hildesheim 2015

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du warst in samois? du warst noch nicht in hildesheim? eines derschönsten open air festivals der gypsy szene wartet auf dich. die aktuellen news gibts immer hier: http://festival-django-reinhardt.de/

und hier ein review 2014:

Django Reinhardt Festival

18. & 19. Juli 2014 in Hildesheim Germany

 

Sinti Swing und pralle Sonne

Hildesheim relaxt beim Django-Reinhardt-Festival

 

Hildesheim (Htm.): Zum 14. Mal seit 2001 hing das Transparent „Sag Nein zu Rassismus – say no to racism“ vor der Bühne. So oft, dass Stammbesucher es schon nicht mehr wahrnahmen. Und hier auf Gut Steuerwald bedeutet die Mahnung nichts anderes als Eulen nach Athen zu tragen. Doch wenige Tage nach der Fußball-WM hatte der Appell plötzlich eine neue Aktualität: das gleiche Transparent, derselbe Spruch wurde in den brasilianischen FIFA-Stadien von den Nationalmannschaften vor jedem Anpfiff mitten auf dem Rasen vor vollen Arenen hochgehalten. Wie die auf Transferlisten aus fernen Ländern gehandelten Ballkünstler fühlen sich auch Sinti manchmal im Alltag diskriminiert. Dabei sind sie seit über 600 Jahren im Land und sesshaft: ein Unterschied, der es nicht zulässt, sie aus vermeintlicher politischer Korrektheit – und in Wahrheit aus Unwissen – mit dem Begriffspaar „Sinti und Roma“ in einem Atemzug zu bezeichnen.

 

An diesem Wochenende feierte der Verein Hildesheimer Sinti sein diesjähriges Django-Reinhardt-Festival. Das musikalische Idol der gesamten westeuropäischen Zigeunerkultur, der legendäre Gitarrist Django, blickte von einem zweiten Transparent auf die Bühne. Auf ihr versammelten sich in schneller Abfolge internationale Spitzenensembles der Gipsy-Jazz-Szene. Jeweils mehrere Hundert Zuschauer konnten an zwei langen Abenden Einblick nehmen in die faszinierende Kultur der Sinti und zahlreichen großen Sinti-Familien aus nah und fern auf dem malerischen Burghof begegnen. Im Mittelpunkt stand wie immer das musikalische Erbe Django Reinhardts. Es wird traditionell von akustischen Gitarrenensembles gepflegt und beständig weiterentwickelt.

 

Längst sind die berühmtesten Stücke des belgisch-französischen Manouches Django, der selbst keine Noten konnte, reproduzierbar geworden und weisen damit ein typisches Merkmal klassischer Musik auf. Die Virtuosität der Künstler zieht die Zuhörer sofort in ihren Bann. Ihr Melodienreichtum, die Improvisationsgabe, die Emotionalität und die Schnelligkeit begeistern Gitarren-Fans ebenso wie Musikfreunde, die einfach offen sind für ganz andere Klangbilder. Lulu Weiss aus der Pfalz, der 2007 auch schon im Alfelder Fagus-Werk aufgetreten ist, ragte mit dem samtweichsten Gitarrensound heraus, Feigeli Prisor aus den Niederlanden mit der enormen Strahlkraft seiner Selmer-Gitarre und dem coolsten 73-jährigen Bassisten, den man sich wünschen kann: Peter Krijnen.

 

Wie der Nachwuchs Djangos unvergesslichen Stil weiterentwickelt, zeigte exemplarisch Gimanto Hoffmann mit einer fulminanten Interpretation von Stevie Wonder´s „Sir Duke“. Melina Klimmt sorgte mit einer jazzigen Gesangseinlage für Gänsehaut. Als der Hildesheimer Kussi Weiss mit seiner Band die Bühne betrat, gab es für die kleinen Mädchen kein Halten mehr, sie stürmten zum Mittanzen die Bühne. Auch für sie gab es große Vorbilder, denn Django Reinhardt liebte den Tanz, und Anna & Natalia Debicka aus Gorzow in Polen, die in farbenprächtigen Kleidern temperamentvolle Tänze darboten, hätten ihm gefallen. Der Schluss der Abende gehörte den Teens und Junggebliebenen. Wenn die Cocktail-Boys mit Gesang und Sinti-Pop auftreten, klingt sogar ein Keyboard wie eine Django-Gitarre. Und mit teilweise auf Romanes gesungenen disco-tauglichen Pop-Hits aus der Feder ihres Bruders und Gitarristen riss Melanie Terres die Besucher zu Beifallsstürmen hin. Organisator Ricardo Laubinger hat zum 14. Mal ein Festival zusammengestellt, das für Hildesheim ein Aushängeschild ist.

 

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